7. IPS Jahrestagung 2019

Am 11. April 2019 fand im Schloss St. Martin in Graz die siebente Jahrestagung der Initiative PatientInnensicherheit Steiermark (IPS) unter dem Titel „Patientensicherheit zwischen Big Data und Einzelfall" statt.
​​​​Nach einem humorvollen Auftakt referierte Ass.Prof. Mag. Dr. Peter Klimek, Medizinische Universität Wien, zu Beginn der Tagung unter dem Titel „Big Data – Big Theory: Wissensgewinn für die Praxis“ über die Facetten, Möglichkeiten aber auch Grenzen der riesigen Datenmengen, mit denen wir zunehmend konfrontiert werden. Der Mehrwert von „Big Data“ ergibt sich daraus, die immense verfügbare Datenlandschaft durch Korrelation für die Menschen nutzbar zu machen und daraus resultierende Netzwerkeffekte, wie Patientenströme oder Krankheitsverläufe, datenbasiert verstehen und entsprechend – auch im Sinne der Prävention - handeln zu können. 

Wo Vorteile liegen, verbergen sich auch immer Risiken. So auch bei der Nutzung von „Big Data“. Ä​​Dir. Dr. Gerald Geyer, MBA, Krankenhaus der Elisabethinen Graz und Marienkrankenhaus Vorau, erlaubte uns in eine andere Sichtweise des „Big Data“-Themas einzutauchen. In seinem Vortrag unter dem Titel „Datenflut & Einzelfall: Zwickmühle für die Führung!?“ wurde der Stellenwert von „Big Data“ auf Führungsebene etwas kritischer hinterfragt. So zeigt die Analyse von Daten zwar Korrelationen auf, meist jedoch keine Kausalitäten, was eine sorgsame Interpretation der Ergebnisse erforderlich macht. So ist die künstliche Intelligenz in der Medizin zwar in der Lage, unter anderem Outcome-Prognosen und Diagnostik zu verbessern, letztendlich jedoch zählt der Mensch dahinter. Das richtige Maß ist bei all diesen Überlegungen zu „Big Data“ entscheidend. 

ÄDir. Prim. Dr. Klaus Richard Vander, Institut für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der KAGes, zeigte in seinem Vortrag „Neue Wege in der openMEDOCS basierten Darstellung von bakteriologischen Befunden und Warnhinweisen“ die neuen Möglichkeiten, die dieses Krankenhausinformationssystems im Rahmen der infektiologischen Therapie bietet, auf. Diese Weiterentwicklung im System macht eine übersichtliche Darstellung der mikrobiologischen Befunde und erregerspezifischen Resistenzdaten möglich. Der „Mikrobiologiemonitor-MRE“ schafft damit einen Mehrwert für eine adäquate Therapieentscheidung. Durch die Einführung von Warnhinweisen für eine Visualisierung von patientenInnenbezogenen hygienisch relevanten Besiedelungen bzw. Infektionen werden Therapieentscheidungen und präventive Maßnahmen bestmöglich unterstützt. 

Im Sinne des „Voneinander Lernens" haben auch in diesem Jahr VertreterInnen der IPS-Mitglieder aktuelle oder bereits abgeschlossene Aktivitäten ihrer Einrichtungen zum Thema PatientInnensicherheit vorgestellt:
  • „Managementinformationssystem – Einsatz in der patientennahen Praxis“ – Harald Fuchs, Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz
  • „Reality Check Verhaltensänderung: Snapshot Audits und Feedback Systeme“ – Veronika Gombotz und Karina Leitgeb, LKH.Univ. Klinikum Graz
  • „Medizinische Innovationen und Patientensicherheit am Beispiel des „Medizinischen Innovatinsboards“ der KAGes – August Gomsi, KAGes

Mit einem humorvollen Beitrag aktivierte Gerhard Kobinger, Apothekerkammer Steiermark, die Lachmuskeln der TeilnehmerInnen. Unter dem Titel „Über die Nebenwirkungen der Kommunikation“ wurden auf erheiternde Weise Einblicke in die täglichen kommunikativen Herausforderungen der ApothekerInnen gewährt. 

Auszeichnung als Anerkennung und Dank
Im Zuge der Teilnahme an der Initiative PatientInnensicherheit Steiermark wird die Einführung von sogenannten Learning & Reporting-Systemen forciert. IPS-Mitglieder, deren Systeme die IPS-Kriterien erfüllen, haben die Möglichkeit sich um die IPS-Auszeichnung zu bewerben. Voraussetzungen sind die Erfüllung der IPS-Kriterien und deren Nachweis im Rahmen des IPS-Reviews durch ausgebildete IPS-Reviewer sowie die Mitarbeit im IPS-Feedbacksystem. 

Im Rahmen der IPS-Jahrestagung bedankte sich der Vorsitzende der Qualitätssicherungskommission Steiermark, Dr. Johannes Koinig, für das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort. Durch diese wertvolle Arbeit wird ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der PatientInnensicherheit und zur qualitätsvollen Gesundheitsversorgung geleistet! An folgende zehn (!) Krankenanstalten wurde die IPS-Auszeichnung verliehen:
  • Landeskrankenhaus Mürzzuschlag-Mariazell
  • Landeskrankenhaus Weststeiermark, Standort Deutschlandsberg
  • Landeskrankenhaus Murtal
  • AUVA Unfallkrankenhaus Steiermark, Standort Graz
  • AUVA Unfallkrankenhaus Steiermark, Standort Kalwang
  • Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz
  • Krankenhaus der Elisabethinen GmbH Graz
  • Marienkrankenhaus Vorau GmbH
  • Neurologisches Therapiezentrum Kapfenberg GmbH
  • Privatklinik Graz Ragnitz

Alle diese Krankenanstalten wurden bereits zum wiederholten Mal ausgezeichnet.

Die zuständigen IPS-Koordinatorin, Sabine Rinner, informierte die Anwesenden über Aktuelles aus der Initiative PatientInnensicherheit Steiermark und Roland Schaffler führte durch die Veranstaltung.

Weitere Informationen über Mitglieder der Initiative PatientInnensicherheit Steiermark und IPS-Auszeichnung finden Sie unter: http://www.patientinnensicherheit-steiermark.at/

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